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Begegnungen in Litauen

Erzbischof Georg Gänswein, Nuntius des Baltikums, besuchte das Ausbildungszentrum für Diakone in Kaunas und traf dort auch Kandidaten und Ihre Ehefrauen sowie Vertreter des IDZ.

Bild vergrößern Das Ausbildungszentrum für Ständige Diakone in Kaunas / Litauen lud den Vizepräsidenten des IDZ, Diakon Erik Thouet und den Geschäftsführer des IDZ, Kilian Schadt zu einem Besuch nach Kaunas ein. Anlass für den Besuch war ein Treffen der Kandidaten für das Diakonat, mit ihren Ehefrauen und Kindern sowie der litauischen Diakone mit dem Nuntius des Baltikums, Erzbischof Georg Gänswein.
Zeitgleich mit der Ankunft der IDZ-Vertreter in Vilnius am 04. Februar, landeten in Kaunas 1200 Soldaten der Bundeswehr in Kaunas, um die dort stationierte Brigade zu verstärken. So war während des Besuchs auch die politische Situation immer wieder ein Thema. Für die Litauer ist die Bedrohung durch Russland nicht erst seit dessen Angriffskrieg in der Ukraine greifbar, aber seit dessen Beginn noch deutlich verstärkt. So ist Litauen sehr dankbar für die Solidarität Deutschlands und die Stationierung der Nato-Brigade, die bis Ende 2027 auf 4800 Soldaten aufgestockt werden soll.
Litauen ist von der Fläche her doppelt so groß wie Belgien, hat aber weniger Einwohner als Berlin. Ein Drittel der Fläche ist von Wäldern bedeckt. Gerade einmal 46 Menschen wohnen auf einem Quadratkilometer, in Deutschland sind es mehr als fünfmal so viele.
Die Landesgrenzen zu Russland, Lettland, Polen und Weißrussland wurden immer wieder neu gezogen. Über Jahrhunderte hatte das Gebiet entweder zu Preußen, Polen oder Russland gehört. Die litauische Identität ist hart erkämpft – eine Geschichte von Widerstand, Entkommen und Neuanfang. 1940 fiel die Rote Armee ein, 1941 kamen die Nationalsozialisten, 1944 wieder die Sowjets.
Vilnius galt bis zum Holocaust als „Jerusalem des Ostens”, eines der bedeutendsten kulturellen Zentren des Judentums. Heute nennt man Vilnius auch „Rom des Nordens“, denn es soll keinen Winkel in der Altstadt geben, von dem aus nicht mindestens drei Kirchen zu sehen sind.
Bild vergrößern Besonders beeindruckend war der Besuch von zwei Kirchen. Das „Tor der Morgenröte“ mit der „Ikone der Barmherzigkeit“, eines der bedeutendsten Heiligtümer Litauens. Und das Original des „Barmherzigen Jesus“, gemalt 1934 nach den Visionen der Hl. Maria Faustyna Kowalska, die einige Zeit in Vilnius lebte.
In Kaunas trafen die IDZ-Vertreter mit 11 Kandidaten aus versch. Diözesen zusammen, die sich aktuell im dortigen Ausbildungszentrum unter der Leitung von P. Liutauras Vileniskis und Virginija Malinauskiene auf die Weihe zum Diakon vorbereiten. Im Austausch mit den Kandidaten und Ihren Ehefrauen wurde die Lebendigkeit der Katholischen Kirche in Litauen deutlich und die Vielfältigkeit der zukünftigen Einsatzfelder für die Diakone. Zu den Herausforderungen für die Diakone zählen z.B. Vorbehalte von Priestern, die dem Ständigen Diakonat aufgrund mangelnder Erfahrungswerte teilweise noch skeptisch gegenüberstehen. Erst 2017 wurden in Litauen die ersten Ständigen Diakone geweiht. Doch die Zahl der Kandidaten, die anders als im deutschsprachigen Raum ausschließlich als Diakone mit Zivilberuf tätig sein werden, stimmt hoffnungsvoll: Ihr Einsatz für die Bedürftigen und in der Verkündigung des Evangeliums wird Zeugnis darüber geben, dass nur eine diakonische Kirche ihrer eigentlichen Sendung gerecht wird.
Höhepunkt der Reise war das Treffen mit dem Nuntius des Baltikums, Erzbischof Georg Gänswein im Ausbildungszentrum für die Diakone in Kaunas. Das Treffen begann mit einer sehr lebendigen Austauschrunde, bei der zuerst die Diakone und Kandidaten, sowie deren Ehefrauen ihre Fragen an den Nuntius richten konnten, die er ausführlich und sachkundig beantwortete. Auch Erzbischof Gänswein stellte seinerseits Fragen an die Kandidaten, wobei sein wohlwollendes Interesse am Diakonat in Litauen deutlich wurde.
Bild vergrößern Anschließend feierte er mit der versammelten Gruppe in der Kirche des Priesterseminars die Heilige Messe in lateinischer Sprache. In seiner Predigt, die er auf Englisch hielt, rief er die Diakone und zukünftigen Diakone zu einem wachen Blick für die Not der Menschen und zu echtem Mitgefühl auf. Ein festliches Mittagessen mit litauischen Spezialitäten rundete das Treffen ab.
Die Rückmeldungen der Kandidaten und Ihrer Ehefrauen zeugten von einer großen Dankbarkeit für die Ermutigung durch den Besuch des Nuntius als Botschafter von Papst Leo XIV. Ergänzt durch die Teilnahme der IDZ-Vertreter wurde für die Teilnehmenden Weltkirche erfahrbar.
Weitere Programmpunkte waren für Erik Thouet und Kilian Schadt ein Interview bei Radio Maria und der Besuch einer Tagesstätte der CARITAS für wohnungslose und einsame Frauen und Männer. Der IDZ – Delegierte Diakon Arūnas Kučikas ist Ratspräsident der CARITAS in Litauen.


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